Zuerst einmal sollte man übelregen, ob es eigentlich „die Cola“ oder „das Cola“ heißt. In Süddeutschland, Österreich, etc, überwiegt der Begriff „das Cola“, während man in den meisten anderen deutschen Bundesländern in der Kneipe „eine Cola“ bestellt. Wie dem auch sei…

Afri-Cola (von "AFRIkanische Cola-Bohne") gehört neben
Coca Cola und Pepsi wohl zu den gängigsten Colasorten. Andere
popüläre Cokes sind bspw. Fritz / Herman Cola (Hamburg;
Klasse Werbung übrigens), VitaCola (Ostdeutschland) sowie
viele andere Sorten. Der Mythos um das
„Originalgetränk“ Getränk „Coca
Cola“ ist enorm: Man sagt, nur einige wenige Leute auf der
Welt wüssten die Rezeptur dazu, während man in Blogs des
Öfteren auf „DAS Originalrezept“ stößt
– allerdings weiß ich nicht, ob das auch nur
annähernd so schmeckt.
Afri Cola wurde Anfang der 30er Jahre als Markenzeichen eingetragen
und kommt aus dem gleichen Hause wie die Kultmarke
„Bluna“. Bereits in den 30er Jahren wurden mehrere
aggressive Werbekampagne gegen Coca Cola durchgeführt. Zu
Zeiten des relativ populär werdende Antisemitismus bezeichnete
der Eigentümer von Afri Cola die Kronkorken von Coca Cola als
„Zeichen von Judensternen“ u.Ä., sodass diese
antisemitische Kommunikationspolitik – leider – bei
einem Großteil der Bevölkerung auf Sympathie
stieß.
In den 68ern war „Deutschland im Afri-Cola-Rausch“. All
jene, die sich gegen den Vietnamkrieg, die Gesellschaft und
sonstiges aufregten, „Flower Power“ und andere
Lebensweisheiten lebten, identifizierten sich mit Afri Cola. (Ob
die 68er wohl von der "Judenstern-Kampagne" wussten? ). Bei der
Anti-Amerikanisierung kam eine Colasorte - made in germany -
natürlich gerade recht.
Nach der steigenden Konkurrenz durch Coca Cola wurde das
Image auf den „Flower Power“ – Trend angepasst.
Einer der Slogans lautete
„„Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola - Alles ist in
afri-cola…“ – und immer noch provokant
kommuniziert, allerdings statt Antisemitismus-Parolen diesmal mit
nackten Mädels. Ab den 80er Jahren setzte das Unternehmen nur
noch auf die Markenpflege, während die Produktion von
Lieferanten übernommen wurde. Mit den Alt-68ern konnte man nun
also nicht mehr wirtschaften. So wurde Afri cola „unter
seiner Palme begraben“. Die Welt Srach von „Enjoy Coca
Cola“. Vom Ende der 90er bis Anfang der 00er gab es dann
mehrere chaotische Umstrukturierungen, von einer eigenen
zentralisierten Produktion bis hin zur physischen Anpassung an den
Marktführer Coca Cola, verschiedenen Slogans und Claims,
etc…
Seit 2006 gibt es AfriCola wieder in der ursprünglichen
Variation: Den gesetzlich vorgeschriebenen Maximalgehalt von 25mg /
100ml (als vergleich: eine Tasse normaler Kaffe hat ca. 50mg) und
ähnlichen Flaschen. Sprich: Ein Glas Afri-Cola entsprcht ca. 1
Tasse Kaffe. Mittlerweile werden auch Kronkorken verwendet.
Außerdem gibt es eine Zuckerfreie Light-Variante,
„Afri-White“, um den aktuellen "Anti-Kallorien-Trend"
ebenfalls mitzunehmen.
Mittlerweile liegt Afri-Cola teurer positioniert als viele Konkurrenten, während Afri-Cola in den 70ern eher im niedrigpreisigeren Segment positioniert wurde. jetzt, keine Frage, positioniert sich Afri-Cola als trendiges Szenegetränk, also "etwas besseres" als Coca Cola. Kein Wunder, dass es in vielen "gehobeneren Szenegastronomien" eben Afri-Cola statt Coca Cola gibt.








Fabien
So, den 16. Mär 2008 13:32